24 Frauen, 24 Geschichten

© ARTE

„Es passiert jeden Tag. Jeden verdammten Tag – 24h – sind wir gezwungen, eure Blicke, Beleidigungen und Belästigungen zu ertragen“, sagt die Protagonistin des Kurzfilms „Rote Nacht“ wütend. „Rote Nacht“ ist einer von 24 Kurzfilmen, die 24 Geschichten von 24 Frauen erzählen – 24 Geschichten von Gewalt gegen Frauen. Eine Gruppe von Künstlerinnen aus Europa schrieb die Szenen, inspiriert von wahren Begebenheiten. Du kannst die Filmreihe in der ARTE-Mediathek streamen.

Triggerwarnung: In diesem Artikel und in der rezensierten ARTE-Kurzfilmreihe geht es um psychische, körperliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Diese Darstellungen können negative Gefühle und Flashbacks auslösen. Bitte sei achtsam mit dir und überlege dir, ob du dich jetzt mit diesen Inhalten konfrontieren möchtest.


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Liebe fremde Nachbar:innen!

Foto: Vienna Reyes auf Unsplash

In den Monaten, in denen das Leben sich normalisiert hatte und meine Wohnung wieder nur Zwischenstop war, als ich mich mehrmals täglich gegen die schwere Haustür gestemmt hab, gehetzt und mit Kopfhörern im Ohr, da wart ihr mir ehrlich gesagt ziemlich wurscht. Jetzt, wo wir alle wieder zuhause sind, da fällt mir auf, dass über mir und unter mir geniest und haargeföhnt und kindergeschimpft und gefernschaut und geheimwerkt wird, und dass ihr gar nicht so wurscht seid. Nicht weil ihr unersetzbar seid, sondern weil ein Mensch hören und sehen und riechen will, dass es da auch noch andere Menschen gibt.


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Die Hölle Moria

„Denk ich an Moria“ von Helge-Ulrike Hyams © Berenberg Verlag

Schreckliche Bilder fluteten das Fernsehen und die Social-Media-Kanäle. Unmenschliche Zustände, Hunger, Covid19 und dann noch ein riesiges Feuer – die Rede ist von Moria, dem Flüchtlingslager auf Lesbos. Die Bilder waren teilweise so schirch, dass ich sie schnell wegdrückte, sie haben schockiert und mich am Ende ohnmächtig zurückgelassen. Helge-Ulrike Hyams hat gegen die Ohnmacht gekämpft und ist als freiwillige Helferin für 10 Monate nach Moria gefahren, um das zu tun, was viele mehr machen sollten: Helfen. Über ihre Reise berichtet sie in dem Buch Denk ich an Moria, in dem sie in kurzen Anekdoten ihre Zeit dort beschreibt und verarbeitet.

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Höhe: Eine Hassliebe

Foto © Dimitry Anikin auf Unsplash

Warum ist mein Instagram-Feed voller Berggipfel, aber mir schlottern beim Anblick des Kettenkarussells im Prater die Knie? Was ist der Canaletto-Blick, und warum besichtigen wir in jeder Stadt das höchste Gebäude? Warum nennen Wiener:innen jeden Hügel „Berg“, und warum bringt das Vorarlberger:innen zum Schmunzeln? Wir haben uns ein paar Gedanken über unsere ambivalente Beziehung zu Höhe gemacht.


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Ich wollte Whiskey trinken, rauchen und Schachspielen

Foto © Hermann Dieckmann

Im Jahr 2015 macht sich Kineke Mulder mit einem Schachbrett unter dem Arm und einem flauen Gefühl im Magen auf dem Weg zum Wiener Hauptbahnhof. Sie will die Menschen, die dort nach der Flucht vor Krieg und Gewalt gestrandet sind, zu einer Partie Schach einladen. Ob ihre Idee Anklang fand, was sie mit ihrem Verein Chess Unlimited erreichen will und warum sie sich selbst in das Spiel verliebte, erzählt sie uns in einem sehr persönlichen Gespräch.   


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Halloween 2021 – Ein Jahr wie kein anderes

Halloween-Postkarte, vermutlich frühes 20. Jahrhundert

Da Halloween ja bekanntlich ein Fest für alle Sinne ist – man kann es sehen, riechen, fühlen, schmecken und auch hören – möchte ich dieses Jahr wieder eine Rundschau machen, die sämtliche mir einfallenden Aspekte des Festes abdeckt und gleichzeitig eine Art Bestandsaufname darstellt, was Halloween 2021 bedeutet und bedeuten kann.


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Marko Feingold – ein jüdisches Leben

Filmplakat © Blackbox Film & Medienproduktion
und Stadtkino Filmverleih

Die Kinoleinwand wird hell. Ein schwarzer Hintergrund, davor sitzt Marko Feingold – der älteste Holocaust-Überlebende Österreichs – und sagt entschlossen: „Ich erzähle meine Geschichte jetzt schon über 70 Jahre und ich bin immer noch nicht fertig. Ich bin so lange nicht fertig, solange es Menschen gibt, die das, was mir passiert ist, leugnen.“


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Ich fühl mich so “bläh“  

Foto © Kinga Cichewicz auf Unsplash

Zwischen 300,000 und 500,000 Wörter umfasst die deutsche Sprache, und keines davon kann beschreiben, was viele von uns in der (hoffentlich) letzten Phase dieser Pandemie fühlen. Selbst das sonst universell einsetzbare “grantig“ reicht nicht aus, um dieser anhaltenden, vagen “bläh“-Stimmung gerecht zu werden. Wir versuchen, dem namenlosen Pandemiegefühl auf den Grund zu gehen.


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