Und es war Sommer…

Griechenland, Foto © Claudine Bersi

Es ist Ende August. Ein Sommer-Gewitter ist gerade vorübergezogen. Es überkommt mich die Lust, über die schönste aller Jahreszeiten zu schreiben. Über Spritzer, Hängematten, Eis, Schweiß und Urlaub. Und über das, was die Menschen im Sommer am meisten verbindet. Denn schon bald ist es Zeit, Abschied zu nehmen.


Es ist Ende August. Ich sitze auf der Terrasse unseres Airbnbs im Süden Griechenlands und denke an den Sommer. Es überkommt mich die Lust, über die schönste aller Jahreszeiten zu schreiben. Ich klappe meinen Laptop auf und Tippe den Titel dieses Artikels in die Tastatur: „Und es war Sommer …“.

Ich lasse meinen Blick schweifen, über Olivenhaine, Bergdörfer und das große, weite, schöne Mittelmeer. Das Sommer-Gewitter, das sich durch heftigen Donner angekündigt hat, ist schon wieder vorbei. Es hat gute Dienste geleistet, die langersehnte Abkühlung gebracht. Wie nach einem Mittagsschlaf erwacht meine Umgebung nun langsam wieder. Alles scheint frisch, rein und zufrieden – mit Energie vollgetankt. Ich bin fasziniert von der Kraft der Natur.

Eine dreifarbige Katze tollt im feuchten Gras. Schüchtern und zurückhaltend schauen die ersten Sonnenstrahlen aus den aufziehenden Wolken hervor. Während ich diese Zeilen schreibe, werden sie immer forscher, immer stärker, so als würden sie an Selbstbewusstsein gewinnen. Bis die durchdringende Kraft des feurigen Balls schlussendlich wieder voll da ist und das Meer silbern schimmern lässt.

Wie eine Solaranlage

Auch ich lasse mich anstrahlen. Spüre, wie die Sonne meine Haut berührt und durchdringt. Mir wird heiß. Wie eine Solaranlage versuche ich, die wohlige Wärme aufzusaugen und zu speichern. Für später. Für den Moment beim Warten auf die Straßenbahn im Winter. Dann, wenn ich mich so sehr nach Sommer, Sonne und Sonnenschein sehne.

Mittlerweile zirpen auch die Zikaden wieder fröhlich vor sich hin. Neben Eis und Wassermelone sind sie eines DER Sommer-Symbole für mich. Ich merke, dass ich lange nicht mehr so bewusst meine Umgebung wahrgenommen habe. Und wie gut Urlaub tut.

Ein Duft von Marihuana weht vom Apartment nebenan zu mir rüber und holt mich aus meinen Gedanken zurück auf die Terrasse des Airbnbs. „Scheinbar haben auch die Nachbar:innen hier pure Erholung gefunden“, denke ich mir und freue mich. Doch plötzlich überkommt mich das Gefühl der Wehmut. In ein paar Tagen ist mein Urlaub vorbei und auch der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu.

Was die Menschen verbindet

Ich lasse die letzten Wochen Revue passieren. Rufe mir die vielen Glücks-Momente ins Gedächtnis, die mir der Sommer jedes Jahr aufs neue schenkt: Die lauen Abende mit Freund:innen, an der Donau und in den Schanigärten Wiens. Die erfrischenden Spritzer nach einem heißen Arbeitstag. Das Runterzählen der Tage bis zum Urlaub. Das Chillen in der Hängematte im Augarten oder Türkenschanzpark. Und natürlich das Eisessen – ganz viel Eis! Eine Kugel geht doch immer! Auch wenn ich mich jedes Mal über die steigenden Preise beschwere.

Schmunzelnd denke ich an jenen Satz, der die Menschen in der heißen Jahreszeit am meisten verbindet und stärker zu sein scheint, als jede andere Gemeinsamkeit: „Du hast also auch keine Klimaanlage im Büro.“ Selbst die U6, die sich in der heißen Jahreszeit in eine müffelnde Sauna verwandelt, lässt mich jetzt sentimental werden.

Foto © Claudine Bersi

Triviale Fragen

Die Sonne steht mittlerweile tief am Himmel und bereitet sich auf ihren Tauchgang ins Meer vor. Soll ich nochmal zum Strand gehen oder doch lieber ein Cocktail zum Sundowner? Ich genieße den Luxus, mir in diesem Moment über nichts anderes den Kopf zu zerbrechen als über diese trivialen Fragen. Denn schon bald wird mich der Alltag wieder einholen.

Ach Sommer, ich werde dich vermissen. Die Leichtigkeit, die du mir gibst. Das stechende und leuchtende Pink der aufgeschnittenen Wassermelonen. Ja, sogar die Schweißperlen die an meinem Körper hinunterlaufen, wenn du so richtig einheizt.

Tschüss, lieber Sommer! Danke für die schöne Zeit und bis zum nächsten Jahr!

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