Don’t look up

„Don’t Look Up“ © Netflix

In was für einer abgefuckten Welt leben wir eigentlich? Dieser Satz ging mir non-stop durch den Kopf, als ich den Film „Don’t Look Up“ netflixte. Es ist eine beißende Satire mit Hollywood-Starbesetzung, die erschreckend nahe an die Realität herankommt. Hier könnt ihr unseren Senf dazu lesen.


Die Story

„Don´t Look Up“ ist ein satirischer Weltuntergangs-Film. Regisseur, Drehbuchautor und Produzent ist Adam McKay, der bekannt ist von Filmen wie „The Big Short“ und „Vice – Der zweite Mann.“ Hier ist die Story: Ein Komet, so groß wie der Mount Everest, steuert direkt auf die Erde zu und wird sie in sechs Monaten zerstören. Wie gehen die einflussreichsten Personen der Welt damit um, als sie das erfahren? Was werden sie tun? Und warum wollen alle eine Schaufel kaufen? Kleiner Spoiler: Die Reaktionen der Protagonist:innen sind leider wenig überraschend und doch haarsträubend.

Auch wenn ein gigantischer Komet auf die Erde zurast, ist doch klar, dass es für Politiker:innen trotzdem erstmal wichtiger ist, Wähler:innen, Zuspruch und Macht zu sichern und letztlich ihren eigenen Arsch zu retten. Verantwortung tragen ist langweilig. Ein paar Lügen hier, eine Prise Korruption da und ein Schuss Opportunismus… wurscht, wer will denn schon die Wahrheit wissen? Aber Moment, bevor die Erde endgültig untergeht, müssen Superreiche natürlich auf Kosten von anderen noch mehr Geld scheffeln.

Egal, ist es nicht DER Wahnsinn, wie viele Daten heutzutage von uns gesammelt werden: Wie toll sind diese Technologien und Algorithmen, die alles von uns wissen und uns dadurch manipulieren. In „Don’t Look Up“ können sie sogar unseren Tod vorhersagen. Cool, oder? Naja, seien wir uns ehrlich, gibt es überhaupt etwas Wichtigeres im Leben, als Klicks und Reichweite? Und warum sollte man etwas glauben, das wissenschaftlich bestätigt ist und dass wir sogar mit eigenen Augen sehen können? Wie einen sich der Erde nähernden Kometen. Don’t look up!

Das einzige, was wirklich zählt, ist: Haben statt teilen, ausbeuten statt bewahren, Macht vor Solidarität und eine gute Story vor der Wahrheit. Höher, weiter, schneller, extremer und produktiver. Koste es, was es wolle!

Kommt dir das alles bekannt vor? Mir leider auch. Es wirkt absurd und doch ist das meiste so wahr, wie der Film mit Ironie treffend zeigt. Teilweise etwas zu ausschweifend und langatmig für meinen Geschmack.

Die schauspielerische Leistung

Leonardo DiCaprio, Jennifer Lawrence, Meryl Streep, Timothée Chalamet, Jonah Hill und Cate Blanchett, alle spielen sie mit. Ich persönlich finde, dass die Schauspieler:innen viel mehr drauf haben, als sie bei dem Film gezeigt haben oder vielleicht zeigen konnten, aber es hat trotzdem Spaß gemacht, Meryl Streep als Trump-Abklatsch und Leonardo DiCaprio als nerdy AILF (Astronomer I’d like to fuck) zu erleben.

Natürlich ist manches etwas überspitzt und klischeehaft dargestellt – so ist Satire. Doch es ist beängstigend, wie viel tatsächlich der Realität entspricht. Die Parallelen zum Umgang mit dem Klimawandel und der Corona-Pandemie sind erschreckend. Die Ähnlichkeiten zu Trump, Sebastian Kurz und Co. unverkennbar. Es gab einige Lacher für mich, aber im gleichen Moment dachte ich mir oft: Scheiße, wie krank ist das alles? Sodass ich am Ende des Films völlig fertig auf der Couch lag.

Der allerletzte Gin Tonic

Eigentlich ist „Don’t Look Up“ eine witzige Story – wenn der Film nicht ein Spiegel unserer abgefuckten Gesellschaft wäre. Deshalb mussten wir danach erstmal einen Gin Tonic trinken. Und natürlich haben wir uns dabei Weltuntergangs-Szenarien ausgemalt und uns gefragt, wie wir wohl unsere letzten Stündchen auf dieser Erde verbringen würden – vermutlich auch mit einem allerletzten Gin Tonic, war unsere Antwort. Was würdest du machen, wenn die Welt untergehen würde? Und was können wir alle tun, damit sie nicht so bald vernichtet wird?

Wir (und insbesondere die Trumps und Elon Musks auf dieser Welt) sollten unsere Handlungen, unsere Werte und unsere Gesellschaftssystem überdenken. Denn in unserer Hand liegt etwas sehr wertvolles – unsere Erde, unser Leben und das Leben unzähliger Lebewesen, dieser und nächster Generationen. Es kann nicht sein, dass Macht und Profit wichtiger sind als das.

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