Weihnachtshorror 2021 – das sechste Jahr der winterlichen Finsternis

© Maven Screen Media

Schon wieder ein Jahr vergangen, schon wieder Kälte, Punsch und… schon wieder Lockdown? Oder wieder doch nicht? Ja es scheint, als ob wir auch dieses Jahr wieder mehr zusammenrücken und eine wirklich ruhige besinnliche Zeit haben werden und weil jede:r von uns sicher jeden „normalen“ Weihnachtsfilm schon hundert Mal gesehen hat, ist es wieder an der Zeit, den Geschenkesack vom Christkind bis ganz unten zu durchsuchen und nachzusehen, welche dunklen, gruseligen Sachen sich dort so angesammelt haben.


Ich habe auch dieses Jahr wieder eine Liste an schlimmen Filmen gesammelt, um uns selbst in einer der kitschigsten aller Weihnachtsstädte, die Wien nun mal ist, daran zu erinnern, was Horror wirklich ist.

Einer, der zu spät kam

„Letters to Satan Claus“ (2020) ist etwas zu spät für die letztjährige Review rausgekommen, weshalb er diesmal mit dabei sein darf. Die Story des Films ist in weiten Teilen eine klassische Scrooge-Story, in der ein Weihnachtsmuffel die Hauptrolle einnimmt, diesmal in Form einer Fernsehmoderatorin. Eine Mischung aus „Bad Santa“, “The Grinch“, „Krampus“ und „Home Alone“, wobei auch eine Prise „Scrooged“ im Brei zu finden ist. Doch leider schafft es Karen Knox in der Rolle der „Holly Frost“ nicht an die Performances von Billy Bob Thornton, oder geschweige denn Bill Murray heranzukommen und es bleibt ein fader Beigeschmack über, sodass man eher einen der von mir genannten Filme sehen möchte als diesen. Horror trifft auf Comedy, nur ist der Film weder äußerst blutig noch sonderlich witzig. Nur, weil man sich über die massenproduzierten „Hallmark“-Filme lustig macht, heißt das noch lange nicht, dass man besser als diese ist und ich wage sogar zu behaupten, dass die ein oder andere Produktion der Papptellerhersteller diesen Film sogar leichtfüßig übertrifft.

Killer Weihnachtsmann 0815

„Slayed“ (2020) ist ein weiteres „Mörder im Weihnachtsmannkostüm“-Szenario und daher auch nicht besonders kreativ, da dieses Inversionsmanöver schon etwas in die Jahre gekommen ist. Die Schauspieler scheinen größtenteils auf verlorenem Posten zu stehen, obwohl man durchaus den Eindruck bekommt, sie bemühen sich. So manche Szene ist hierbei gelungener als andere. Die Motivation des Mörders ist jedoch fraglich, die Dialoge dauern manchmal zu lang für ihr eigenes Wohl und sind auch dafür zu abgedroschen. Ich würde stattdessen auf jeden Fall eher „Silent Night“ von 2012 empfehlen, oder besser gleich das Original von 1984.

Zwielichtige Weihnachten

„Red Snow“ (2021) ist ein Vampirfilm unterm Christbaum. Mit kompetenter Kameraarbeit und durchaus soliden Performances geht es hier um Vertrauen, Rache und um das Leben als angehende Autorin von Vampirromanen. Dazwischen wird mit einem Kopf Fußball gespielt und sonstiger vampirischer Unfug getrieben. Leider schien das Budget, oder der Einfallsreichtum der Produktion keine wirklich kreativen Kills zuzulassen, wobei das auch daran liegen könnte, dass man kein allzu einschränkendes Rating bekommen wollte. Schade ist allerdings, dass es auch keine Verwandlung in eine Fledermaus zu sehen gibt. „BAT!“

Ewig Stille Nacht

Silent Night (2021) ist wohl der teuerste Film dieser Liste, mit Schauspielenden wie Keira Knightley, Lilly-Rose Depp und Annabelle Wallis und einer dem Industriestandard entsprechendem Produktion, die zwar nach allen Regeln der Kunst durchgeführt wird, aber dann doch nicht darüber hinauskommt. Es ist auch der düsterste Film dieser Liste, den man nicht „einfach mal so“ zu den Feiertagen einschalten wird, dazu sind die Themen von Selbstmord im Angesichts eines sicheren, schmerzvollen Todes und die Konfrontation mit Wahrheiten im Angesicht von unserer eigenen Endlichkeit wohl zu betrübend. Interessant finde ich, wie dieser einer der Filme ist, wo man immer Kommentare liest wie „ich habe alle Charaktere gehasst/alle Charaktere waren unsympathisch, konnte mich mit keinem davon identifizieren, weshalb mir ihr Schicksal egal ist“ und ich denke, hierin liegt ein großes Problem unserer Gesellschaft: Man sollte mich auch mit Leuten identifizieren können, die man nicht mag.

Dieses Jahr war, nicht nur was Weihnachtshorrorfilme angeht, eher durchzogen. Viele Dinge liefen ganz anders als geplant für die meisten von uns, und was die Zukunft bringt ist ungewiss. Ob 2022 anders wird, werden wir sehen, aber auch jeden Fall wünsche ich jedem Lesenden Frohe Festtage.

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