Halloween 2021 – Ein Jahr wie kein anderes

Halloween-Postkarte, vermutlich frühes 20. Jahrhundert

Da Halloween ja bekanntlich ein Fest für alle Sinne ist – man kann es sehen, riechen, fühlen, schmecken und auch hören – möchte ich dieses Jahr wieder eine Rundschau machen, die sämtliche mir einfallenden Aspekte des Festes abdeckt und gleichzeitig eine Art Bestandsaufname darstellt, was Halloween 2021 bedeutet und bedeuten kann.


Oft verbinden gewisse, beinahe mystische Synergien parallele Gedankengänge von Personen zur selben Zeit und zu denselben Themen, ohne, dass diese einander kennen oder je miteinander geredet haben. So hat mich mein Interesse dieses Jahr, wieder einmal ganz der Hauntology verschrieben, zu den alten Wurzeln des heutigen Halloween geführt und ich entdeckte eine wahrhafte Schatzkiste von Eindrücken, die einen so richtig wohlig auf das Fest einstimmen. Ähnlich erging es wohl auch den Programmierer:innen des Slash Filmfests, war dessen Folkhorror-Schiene doch auch sehr nah dran an der ländlichen Herbstästhetik des schönsten Festes des Jahres.

Neue Bücher voll mit Altem

Allem voran sei gesagt, dass ich hier unverhofft eine gänzlich neue Facette meines Hobbies entdeckt habe. Ich kannte zwar schon vorher die spezifische Sammelleidenschaft für Vintage Halloween Dekoration von Instagram Communities, dass es allerdings auch eine ganze Reihe an Büchern mit alten Halloween Illustrationen und Fotos von Halloweenparties und dergleichen gibt, war mir noch nicht bewusst. Das Buch „Haunted Air“ mit einer Einleitung von niemand geringerem als David Lynch, beinhaltet zum Beispiel eine Sammlung an verschwommenen schwarzweiß Fotografien von längst vergangenen Halloweennächten, mit grotesken, damals noch komplett selbstgemachten Kostümen. Auch mehr als einen Blick wert ist die Publikation „Vintage Hallowe’en – Tricks, Treats and Tradtions“ mit hunderten Seiten von gesammeltem Artwork von Postkarten bis Tischdekorationen und heutzutage eigenartig wirkenden Partyspielen. Auch noch ans Herz legen möchte ich „Vintage Halloween Graphics“ vom Taschen Verlag, welches zwar von der Seitenanzahl und vom Format etwas kleiner daherkommt, aber trotzdem voll ist mit all den herrlichen Dingen, die Halloween ausmachen.

Gruseliges und Freundliches zugleich!
Grafik aus dem frühen 20. Jahrhundert

Musik durch den dünnen Schleier

Auch interessant ist es, dass Selbst Nischengenres wie Dungeonsynth trotz allem noch Subgattungen zu Tage fördern. Halloween-Synth hat eine ganze Palette hervorragender Musik zum Gruseln zu bieten. Mit Vertretern wie Cimitir, hier wird ganz auf 80s Horror gesetzt, oder etwas klassischer angehauchten Produktionen wie jenen von Justin Burning, oder gediegenem Meta-Horror-Trash von Pumpkin Witch wird es nie langweilig. Auch das schon etwas ältere, aber dennoch hervorragende Album „Halloween Is Here“ von Lonesome Wyatt and the Holy Spooks muss ich dieses Jahr einfach erwähnen. Dies sind aber bei weitem noch nicht alle Projekte mit dem Thema Halloween. Wer Seiten wie Bandcamp abklappert, findet mit Sicherheit noch eine ganze Menge mehr fantastisch schauriger Musik. Auch sehr zu empfehlen ist die Internet Radiostation von Halloween Radio, die rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, Halloween feiert!

Grafik aus dem frühen 20. Jahrhundert

Jedes Jahr schreibe ich einen Artikel über Halloween und jedes Jahr versuche ich neues Aspekte zu entdecken und zu vermitteln, alte und vielleicht vergessene Details des Festes zu verbreiten und unser aller Verständnis von Halloween jedes Mal aufs Neue zu bereichern. Es ist dabei durchaus nicht immer leicht, neue und gleichzeitig interessante Details zu finden und gerade derzeit ist es, leider immer noch, eine Krisenzeit, in der Horror eine komplizierte Stellung in der Gesellschaft einnimmt. Natürlich haben Horror-Theoretiker und Journalisten letztes Jahr gleich an die wohltuende Atmosphäre des Genres gedacht, ein harmloser Schrecken ohne echte Gefahr ist im Kontrast zu echter, existentieller Angst ein positiver Effekt des Genres – der Horror Boom des letzten Jahres scheint diese Überlegungen durchaus zu bestätigen ­– aber natürlich bleibt die Frage dennoch offen, wieviel Horror eine Gesellschaft verträgt, die sich dermaßen lange in einem Ausnahmezustand befindet wie unsere. Ich hoffe jedenfalls, dass ihr, egal ob euch Halloween so viel Freude macht wie mir, oder ob ihr eher einen ruhigeren Herbst verbringt, eine gute Zeit habt und entspannt in den November gehen könnt.

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