Post aus: Kefalonia

Wenige Orte verdienen das Prädikat „traumhaft“. Kefalonia, die griechische Insel nördlich von Zakynthos, ist einer davon. Einsame Buchten, glasklares Wasser und die hervorragende mediterrane Küche machen es einem leicht, den Alltagsstress hinter sich und die Seele baumeln zu lassen. Wir verraten euch, wo es auf der kleinen Ionischen Insel am allerschönsten ist.


Griechenland ist für so einige das Reiseziel ihrer Kindheit. Auf Kreta hatten wir den ersten schlimmen Sonnenbrand, auf Rhodos schluckten wir das erste Mal Meerwasser, auf Kos bestaunten wir zum ersten Mal ein vollbeladenes Hotelfrühstücksbuffet.  

Jetzt, als Erwachsene, verschlägt es uns auf die kleineren Ionischen Inseln, heuer nach Kefalonia, dessen Fläche knapp ein Viertel Vorarlbergs ausmacht. Schön ist es hier. Das glasklare Wasser glitzert in Schattierungen von Aquamarin bis Smaragd, wir werden geweckt vom charakteristischen Zirpen der Zikaden, wir wundern uns, wie wir den normalen Alltag ohne literweise Olivenöl und Knoblauch meistern.

Wir wohnen in einem Apartment in Argostoli, der nicht mal 14.000-Einwohner:innen starken Hauptstadt. Argostoli ist überschaubar. Hier kann man zwar in der kleinen Einkaufspromenade Lithostroto die obligatorischen Mitbringsel kaufen, ansonsten ist das Städtchen aber wenig touristisch. Vielleicht liegt das an der Pandemie, vielleicht daran, dass Kefalonia noch nicht so bekannt ist wie das benachbarte Zakynthos. Wenn man vor acht aus dem Bett kommt, kann man selbst in der Hochsaison unter angenehmen Bedingungen an der ruhigen Promenade entlanglaufen, über die Fußbrücke De Bosset gelangt man direkt auf die gegenüberliegende Halbinsel. Von Argostoli aus, das per Auto ca. 15 Minuten vom Flughafen entfernt ist, erreichen wir problemlos per Mietauto oder Fähre die wichtigsten Reiseziele der Insel.

Für 7€ erhalten wir Eintritt zu einer der schönsten Sehenswürdigkeiten Kefalonias, der Melissani Tropfsteinhöhle nahe der Ortschaft Sami im Nordosten der Insel. Durch ein kreisrundes Loch dringt vor allem um die Mittagszeit Sonnenlicht in die 160 Meter lange Höhle und wird auf dem glasklaren, türkisblauen Wasser reflektiert. Dort, wo laut griechischer Mythologie einst verführerische Nymphen badeten, werden wir für 10 bis 15 Minuten auf Ruderbooten durch die Grotte gefahren. Einen Besuch wert ist auch das Fischerdorf Fiskardo, das sich an der Nordküste befindet. Hier liegen die beeindruckenden Segelyachten so nahe an der Promenade, dass die Skipper den Tourist:innen, die in den schicken Restaurants an der Promenade sitzen, das Tsatsiki vom Teller stehlen könnten.

Den Großteil unseres Urlaubs verbringen wir mit Essen und Baden. Unsere erwachsenen Gaumen sind endlich bereit für das bittere Aroma der Oliven. (Für den Ouzo brauchen wir wohl noch ein paar Jahrzehnte). Wir sitzen an von der Sonne gewärmten, klapprigen Holztischen, unsere gebräunten Arme überkreuzen sich über dem vollen Tisch, wir strecken uns nach dem Olivenöl, dem knusprigen Pitabrot, der Flasche Hauswein. Besonders schmeckt es uns im bezaubernden Mπεβεpívoς im Zentrum Argostolis, und im direkt am Meer gelegenen Vinaries. In Fiskardo schlemmen wir Meeresfrüchte-Spaghetti und Fisch im Restaurant Tassia, und am Antisamos Strand schlagen wir uns im Acron den Bauch voll.  

Kefalonia bietet einige der schönsten Strände Griechenlands. Bei Durchschnittstemperaturen um die 30°C lohnt es sich die 50er Sonnencreme und eine Kopfbedeckung einzupacken. Wer eine bequeme Liegefläche und Zugang zu Toiletten bevorzugt, kann an den Stränden Antisamos, Petani, und Gradakia für 8-15€ ein Set Liegen mit Sonnenschirm mieten. Eine der schönsten und einsamsten Buchten, Fteri, erreicht man per Motorboot (15€ für ein Hin-/Retourticket). (Es lohnt sich, vor der morgendlichen Abfahrt den Wetterbericht zu checken, da das Baden an manchen Stränden bei starkem Wind nicht möglich ist).

Laut Aristoteles findet der Mensch Glück in der Aktivität. Nach einer Woche Muße, faulenzen, sonnenbaden, im Meer treiben, schlemmen und zur Ruhe kommen, wagen wir es dem griechischen Philosophen zu widersprechen. Das Nichtstun in Griechenland, unserer alten Liebe aus Kindertagen, hat uns nach einem anstrengenden Jahr die notwendige Entschleunigung geschenkt. ευχαριστώ (danke)!

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